
Nachhaltigkeit im Fokus
Das Land Berlin hat die erste Nachhaltigkeitsstrategie für die gesamte Stadt veröffentlicht. Die Strategie stellt die Umsetzung der Agenda 2030 in den spezifischen Berliner Kontext, würdigt bereits Erreichtes und lädt zum Mitgestalten ein. Neues Tool für Städte, Landkreise und Gemeinden: Das „Portal für nachhaltige Kommunen“ des Deutschen Instituts für Urbanistik.
Klimaneutralität bis 2045 ist eine der zentralen Herausforderungen, denen sich Berlin strategisch stellt. Als starkes Instrument für den Weg dorthin, hat der Senat Mitte Mai die erste gesamtstädtische Nachhaltigkeitsstrategie Berlins beschlossen. Unter dem Leitgedanken „Berlin ist unsere Stadt. Nachhaltigkeit ist unser Ziel“ bekennt sich das Land klar zu der Verantwortung, Berlin im Sinne der 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Agenda 2030 voranzubringen. Das Besondere an der Berliner Nachhaltigkeitsstrategie: Sie stellt die Umsetzung der in der Agenda definierten 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in den spezifischen Berliner Kontext und schließt dabei bewusst eine Lücke zwischen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und bezirklichem Engagement. Sie formuliert außerdem nicht nur Zielsetzungen, sondern zeigt auch konkret auf, wie Nachhaltigkeit in Berlin bisher vorangebracht worden ist.
„Mit der Berliner Nachhaltigkeitsstrategie machen wir sichtbar, was in unserer Stadt bereits an Klimaschutz, zukunftsfähigem Wirtschaften, sozialer Teilhabe und guten Lebensverhältnissen erreicht wurde und richten zugleich unseren Blick nach vorn“, sagte Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Stakeholder*innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Initiativen, Vereinen und Nachbarschaften sollen gezielt einbezogen werden, um Nachhaltigkeit zum selbstverständlichen Bestandteil des kommunalen Lebens zu machen. In den Worten von Ute Bonde: „Die Strategie ist eine Einladung zum Mitgestalten.“
Inhaltlich wurden unter Federführung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, analog zum Ansatz der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, fünf berlinspezifische Transformationsfelder für den Strategieprozess aus den 17 SDGs der Agenda 2030 herausgearbeitet. Als sechster Handlungsschwerpunkt wurde die vorbildliche Berliner Verwaltung identifiziert.
Transformationsfelder der Berliner Nachhaltigkeitsstrategie
- Menschliches Wohlergehen
- Teilhabe und gesellschaftlicher Fortschritt
- Resilienter Lebensraum der Zukunft
- Nachhaltige Wirtschaft, Finanzen und Konsum
- Infrastruktur und Mobilität von morgen
- Nachhaltige Berliner Verwaltung
Die Berliner Nachhaltigkeitsstrategie formuliert damit nicht nur Zielsetzungen, sondern steht auch für gemeinsames Handeln und gelebte Verantwortung. Sie löst sich bewusst vom herkömmlichen abstrakten Ansatz. Die 2024 ins Leben gerufene Dialogplattform Umsetzungsallianz Nachhaltiges Berlin, die landeseigenen Unternehmen sowie die Berliner Bezirke werden aktiv in die Umsetzung einbezogen. In der kommenden Legislaturperiode soll die Berliner Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet werden.
Difu-Portal für nachhaltige Kommunen
Berlin ist noch nicht dabei, aber 25 deutsche Kommunen profitieren bereits von dem Modellprojekt: „Portal für nachhaltige Kommunen“. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und die Bertelsmann Stiftung stellen die digitale Plattform Städten, Landkreisen und Gemeinden seit Kurzem kostenlos zur Verfügung, um sie bei ihrem Nachhaltigkeitsmanagement zu unterstützen. Das Open-Source-basierte Portal ist seit Anfang 2024 gemeinsam mit 25 Modellkommunen und den Mitgliedern der Difu-Arbeitsgruppe „Nachhaltige Kommunen“ im Rahmen eines Projekts auf- und ausgebaut worden. Es hilft Kommunen KI-gestützt dabei, bestehende Instrumente besser zu verzahnen, Fortschritte sichtbar zu machen und Nachhaltigkeitsarbeit integriert zu steuern. Verwaltungen können auf der Plattform individuelle Profile anlegen und eigene Nachhaltigkeitsstrategien sowie Berichte mit Zielen, Indikatoren und Maßnahmen hinterlegen. Eine Wissensdatenbank listet außerdem Anwendungs-Know-how, Praxisbeispiele, erprobte Tools und Unterstützungsangebote. Praktisch: die Netzwerkfunktion. Sie bringt Kommunen zusammen und ermöglicht Städten, Landkreisen und Gemeinden, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken. (vdo)