Lektionen aus den Modellprojekten Smart Cities
Insgesamt 73 Städte, Gemeinden und regionale Verbünde haben eine Vielzahl von digitalen Dienstleistungen in fast 20 Handlungsfeldern entwickelt und setzen diese im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities um. Gefördert werden sie durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB).
Seit 2019 wird die Stadt- und Regionalplanung in zahlreichen deutschen Städten und Gemeinden digitaler, nachhaltiger und damit zukunftsfähiger. Vor allem die Modellprojekte aus der 1. und 2. Staffel biegen allmählich auf die Zielgerade ein. Sowohl die Entwicklung von Smart City Strategien als auch die Umsetzung der geplanten Maßnahmen und Projekte sind ein anspruchsvoller Weg, der nicht frei von den Einflüssen internen und externer Faktoren ist.
Was genau können andere deutsche Städte und Gemeinden aus den Erfahrungen der 73 Modellprojekte lernen? Was hat sich bewährt und wo gab es Hindernisse und Schwierigkeiten? Der Austausch von Erfahrungen, das Blicken über das eigene Ökosystem hinweg sind explizit auch Teil des Förderprogramms. Dieser Prozess wird aktiv von der Koordinierungs- und Transferstelle durch zahlreiche Formate und Begleitforschung unterstützt. So ist auch eine laufende Evaluierung Bestandteil des Gesamt-Ansatzes der Modellprojekte. Nun liegen erste Zwischenergebnisse vor, die die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen und Kommunen – auch nicht geförderte – befähigen sollen, sich erprobte Lösungspfade anzueignen und Fehlstellungen zu vermeiden.
Die Evaluation der Förderstaffeln 1 bis 3 des Förderprogramms "Modellprojekte Smart Cities" (MPSC) anhand von drei Kriterien hat einige wichtige Erkenntnisse (Auswahl) hervorgebracht:
1. Es braucht Zeit: Smart City ist ein komplexes Themenfeld mit besonderen Ansprüchen an Bestandsaufnahme und Partizipation
2. Anforderungen des Förderprogramms: die Neuartigkeit des Förderprogramms sowie der späte Start der KTS waren herausfordernd für die Kommunen.
3. Smart City ist „Übersetzungsarbeit“: Die Abstraktionsebene ist für viele schwer greifbar, Mehrwerte sind erklärungsbedürftig und erst später sichtbar.
4. Hohe Erwartungen und Quick-Wins: komplexe Vergabeverfahren und Kooperationsvereinbarungen erschweren die schnelle Sichtbarkeit von reellen Umsetzungen.
5. Smart City ist eine Querschnittsaufgabe: die Arbeit für Smart City erfordert neue Organisationsformen innerhalb der Verwaltung, ob als neue Zuständigkeit in der Verwaltung oder als neue Organisation
6. Erfolgsfaktor Kompetenzaufbau: Teams müssen sich multidisziplinär aufstellen und sektorübergreifend arbeiten können
Weiterführende Informationen und Evaluierungsberichte
Smart Cities verstehen: Die zehn wichtigsten Lektionen aus den Modellprojekten Smart Cities
Evaluation der Förderstaffeln 1 bis 3