City Challenge Berlin 2026
Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr geht die City Challenge Berlin 2026 in die zweite Runde. Ausgerufen wird der Wettbewerb von der Senatskanzlei Berlin und in enger Kooperation mit der Smart City Unit der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH umgesetzt.
Berlin will noch lebenswerter und effizienter werden – mit der Entwicklung und Implementierung von Innovationen, die der gesamten Stadtgesellschaft zugutekommen. Zielsetzung des Pilotprojekts City Challenge Berlin ist es, gemeinsam mit Start-ups und innovativen KMUs, digitale Innovationen für unterschiedliche Geschäftsbereiche der Verwaltung zu entwickeln. Dabei stehen insbesondere Ideen und Vorhaben im Vordergrund, die unsere Verwaltung und ihre nachgeordneten Behörden fit für die Zukunft machen. Besondere Bedeutung kommt dabei Initiativen zu, die den Dialog zwischen Verwaltung und Stadtgesellschaft stärken oder die Effizienz und Benutzerfreundlichkeit von Verwaltungsprozessen durch den Einsatz moderner Technologien steigern.
Als City Challenges wurden in diesem Jahr zwei Themen ausgewählt:
City Challenge 1: Intelligente Sprachassistenz für Echtzeitübersetzung und Transkription für die Verwaltung
Challenge-gebende Verwaltung: Bezirksamt Reinickendorf von Berlin - Abteilung Soziales und Gesundheit - Amt für Soziales & Steuerungsdienst
City Challenge 2: Smarte Baustelleninformation für weniger Stau (KI-basierte Überführung von PDF-Verkehrszeichenplänen in ein maschinenlesbares Format)
Challenge-gebende Verwaltung: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Abteilung Verkehr

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner:
„Mit der zweiten Ausgabe der City Challenge nutzen wir das ausgeprägte Innovationsökosystem Berlins für konkrete Umsetzungsprojekte und mit einem reellen Nutzen für Verwaltung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft. Damit stärken wir nicht nur die kreativen Köpfe aus den Bereichen GovTech und UrbanTech, sondern auch die Strahlkraft Berlins als 'Stadt der Ermöglichung'. Berlin ist genau hier smart, weil verschiedene Stakeholder gemeinsam an Lösungen für eine zukunftsfähige Stadt arbeiten.“
© Berlin Partner_photothek
City Challenge 1:
Intelligente Sprachassistenz (Echtzeitübersetzung und Transkription für die Verwaltung)
Challenge-gebende Verwaltung: Bezirksamt Reinickendorf, Abteilung Soziales und Gesundheit, Amt für Soziales
Kurzfassung
1. Ausgangssituation/Problembeschreibung
Die Herausforderung im Amt für Soziales ist es, den Zugang zu sozialen Dienstleistungen und Informationen für nicht-deutschsprachige Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern, Sprachbarrieren abzubauen und damit Integration und Teilhabe zu verbessern. Die Idee besteht darin, eine KI-gestützte Anwendung zu entwickeln, die in der Lage ist, gesprochene Sprache in Echtzeit zu erkennen und zu übersetzen. Darüber hinaus soll die Anwendung Dokumente automatisch in verschiedene Sprachen übersetzen und gesprochene Sprache in Text umwandeln.
Diese digitale Anwendung soll sowohl für die Kommunikation im Amt für Soziales als auch in anderen Bereichen des Bezirksamts eingesetzt werden. Die Integration von digitalen Lösungen in die sozialen Dienstleistungen sowie von automatisierten Prozessen soll zu einer erheblichen Effizienzsteigerung führen.
Besondere Herausforderungen stellen dabei bestehende Datenschutzbestimmungen sowie die Schulung von Mitarbeitenden im Umgang mit der digitalen Anwendung dar. Eine ergänzende Einbindung externer Expertise (z. B. aus den Bereichen Linguistik, interkulturelle Kommunikation oder Terminologiemanagement) kann unterstützend wirken. Voraussetzung für die Umsetzung ist dies jedoch nicht, da marktverfügbare KI-basierte Sprachmodelle bereits auf umfangreichen mehrsprachigen Datensätzen basieren und durch projektspezifische Anpassungen (z. B. Glossare, „Custom Vocabulary“) zielgerichtet erweitert werden können.
2. Gewünschtes Ergebnis
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und pilothafte Implementierung einer KI-gestützten Anwendung zur Echtzeit-Sprachübersetzung (Speech-to-Speech) sowie zur Transkription gesprochener Inhalte (Speech-to-Text) und zur automatisierten Sprachausgabe (Text-to-Speech). Die Lösung soll die barrierearme Kommunikation zwischen Mitarbeitenden der Verwaltung und nicht-deutschsprachigen Bürgerinnen und Bürgern signifikant verbessern und gleichzeitig die Effizienz der Aufgabenerfüllung erhöhen.
Ein besonderer Fokus liegt auf einer hohen Benutzerfreundlichkeit sowie der nahtlosen Integration in bestehende Arbeitsabläufe. Die Anwendung soll sowohl stationär an Büroarbeitsplätzen als auch mobil auf Endgeräten wie Tablets oder Smartphones nutzbar sein. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund relevant, dass zentrale Aufgaben wie Sachverhaltsermittlungen und Gespräche mit Klientinnen und Klienten häufig im Außendienst, beispielsweise im Rahmen von Hausbesuchen, stattfinden. In diesen Kontexten soll die Lösung eine unmittelbare sprachliche Verständigung ermöglichen sowie parallel eine Transkription der Gesprächsinhalte zur weiteren Dokumentation bereitstellen.
Für die Pilotphase ist eine gezielte Fokussierung auf eine begrenzte Anzahl häufig nachgefragter Sprachen vorgesehen, um eine realistische und wirtschaftliche Umsetzung im Rahmen der City Challenge sicherzustellen. Basierend auf den praktischen Bedarfen im Amt für Soziales wird zunächst die Unterstützung der Sprachen Englisch, Türkisch und Russisch angestrebt. Eine spätere Erweiterung auf weitere Sprachen ist im Sinne einer skalierbaren Lösung vorgesehen.
Im Ergebnis soll eine praxistaugliche, datenschutzkonforme und erweiterbare Anwendung bereitgestellt werden, die sowohl die Qualität der Kommunikation verbessert als auch die medienbruchfreie Weiterverarbeitung von Gesprächsinhalten in Verwaltungsprozessen unterstützt.
Die ausführliche Beschreibung inkl. Informationen zu den Rahmenbedingungen und Ansprechpartner:innen dieser Challenge finden Sie hier.
Die Einreichungsfrist endet am 24.05.2026, 23:59 Uhr.
Link zur Einreichung von Lösungsvorschlägen für die City Challenge 1 "Intelligente Sprachassistenz".
City Challenge 2:
Smarte Baustelleninformation für weniger Stau
Challenge-gebende Verwaltung: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Abteilung Verkehr
Kurzfassung
1. Ausgangssituation/Problembeschreibung
Eine effektive Baustellenkoordination in Berlin verringert nicht nur die staubedingte verlorene Wirtschaftsleistung, sondern hat einen positiven Einfluss auf niedrigere Luftverschmutzung, geringere Lärmbelästigung und verminderte Unfallwahrscheinlichkeit für alle Verkehrsarten. Ein wesentlicher Baustein dafür wäre eine durchgehende Digitalisierung des Anordnungsprozesses in den Straßenverkehrsbehörden, um den genauen Umfang einer Baustelle automatisiert analysieren zu können. Nur so können Baustellen effektiv koordiniert, geeignete (Umfahrungs-)Informationen an die Bevölkerung gegeben sowie die Überwachung der korrekten Baustellensituation eingehalten werden. Verkehrszeichenpläne, welche den Umfang einer Baustelle detailliert beschreiben, liegen aktuell nur im PDF-Format vor. Die Vielzahl an granularen Informationen aus den Verkehrszeichenplänen stehen demzufolge derzeit nicht für eine automatisierte Baustellenkoordination zur Verfügung. Im Rahmen der City Challenge Berlin 2026 soll eine innovative KI-basierte Überführung von PDF-Verkehrszeichenplänen in ein maschinenlesbares Format geprüft und ein Prototyp für die digitale Anwendung entwickelt werden.
2. Gewünschtes Ergebnis
Durch eine KI-basierte Überführung von PDF-Verkehrszeichenplänen in ein maschinenlesbares Format (z.B. gängiges GIS-Format wie (Geo)JSON oder GeoPackage) soll die exakte und fahrspurgenaue Verortung der Baustelle erfolgen. Hierzu gehört im Idealfall neben der Baustellenfläche auch die Übernahme der dazugehörigen Verkehrszeichen. Im Anschluss wäre eine gezielte Überwachung der realen Baustellensituation sowie die Identifizierung von inaktiven, verzögerten oder von Baustellen mit Arbeitsstopp durch flottenbasierte Datenerfassung mithilfe städtischer Fahrzeugflotten möglich. Im Ergebnis soll die Anwendung dazu beitragen, Stau durch bessere Verkehrsinformation und unerlaubte Baustellen zu vermeiden sowie zu einer Verkürzung der Baustellendauer durch eine effiziente Überwachung beitragen.
Ergebnis der Challenge soll eine KI-Tool sein, welches die Informationen automatisch aus den PDF-Dateien der Verkehrszeichenpläne ausliest. Die Anwendung soll die Dienstleistungen der Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) ergänzen sowie Verwaltungsabläufe im Verkehrs- und insbesondere Baustellenmanagement effizienter gestalten. Aufwendige manuelle Übertragungen aus den PDF-Plänen durch die VIZ könnten so entfallen und werden aktuell ohnehin nur für verkehrlich besonders relevante Baustellen überhaupt durchgeführt. Die Challenge-Geberin stellt ca. 30 Verkehrszeichenpläne zu Trainingszwecken zur Verfügung.
Beispiele für Verkehrszeichenpläne.
Die ausführliche Beschreibung inkl. Informationen zu den Rahmenbedingungen und Ansprechpartner:innen dieser Challenge finden Sie hier.
Die Einreichungsfrist endet am 24.05.2026, 23:59 Uhr.
Der Wettbewerb gliedert sich in zwei Phasen:
Phase 1
Lösungsanbieter*innen können bis 24.05.2026, 23:59 Uhr ihre Vorschläge zu den Challenges über ein online-Bewerbungsformular (je Challenge ein gesondertes Bewerbungsformular) einreichen. Eine Jury aus Expert*innen der Senatskanzlei, der Smart City Unit der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, dem CityLAB Berlin sowie der Challenge-gebenden Verwaltung bewertet Ende Mai/Anfang Juni die Lösungsvorschläge nach vorab bekannten Kriterien und wählt je Challenge 3 Anbieter*innen mit den vielversprechendsten Lösungsvorschlägen für die zweite Wettbewerbsphase aus. Diese erhalten von der Senatskanzlei Berlin eine pauschale Kostenerstattung von jeweils 1.000,00 EUR für die detaillierte Ausarbeitung ihrer Idee.
Bewerbungsfrist für Wettbewerbsphase 1: 24.05.2026, 23:59 Uhr
Jurysitzung: 23./24. Kalenderwoche
Bekanntgabe der 3 nominierten für die zweite Wettbewerbsphase: Mitte Juni
Phase 2:
In der zweiten Phase arbeiten die nominierten Lösungsanbieter:innen ihre Vorschläge weiter aus und reichen diese in einem weiterem Wettbewerbsprozess bis voraussichtlich Ende Juli ein (das genaue Datum wird noch bekanntgegeben). Aus den drei vorliegenden detaillierten Angeboten pro Challenge wählt die Jury jeweils eine Gewinneridee aus. Ab September 2026 wird diese durch das Gewinnerteam gemeinsam mit der Challenge-gebenden Verwaltung in einem Pilotprojekt umgesetzt. Dafür erhält die jeweilige Verwaltung ein Preisgeld von 24.999,00 EUR pro Challenge für die Umsetzung des Konzepts, welches an die Gewinnerin/den Gewinner ausgezahlt wird.
Bewerbungsfrist für Phase 2: voraussichtlich Mitte Juni bis Ende Juli (6 Wochen)
Jurysitzung: 32./33. Kalenderwoche
Bekanntgabe der Gewinnerin/des Gewinners: voraussichtlich Anfang/Mitte August
Bewertungskriterien
Innovationsgrad
(u. a. neues Produkt oder Weiterentwicklung; Nutzung aktueller Technologien und Standards; innovative Funktionen; Mehrwert gegenüber anderen Lösungen)
Umsetzbarkeit, Anwendbarkeit, Relevanz
(u. a. Beschreibung des Vorschlags zur jeweiligen Problemlösung; Realisierungsschritte inkl. Zeitplan und Ressourcenplanung; Verfügbarkeit im Projektzeitraum; Übertragbarkeit; Adressierung technischer, organisatorischer und ggf. rechtlicher Fragen für die Problemlösung)
Datensicherheit, Datenschutz
(u. a. DSGVO-konforme Datenverarbeitung, Datenverfügbarkeit bzw. -migration, Datensicherheit)
Nutzerfreundlichkeit, Design
(u. a. Funktionsfähigkeit auf verschiedenen Endgeräten; Kombinierbarkeit/Auswahl von Funktionen; ggf. notwendige Designanpassungen; Barrierefreiheit)
Systemkompatibiliät, Flexibilität
(u. a. Konvergenz zu bestehenden Lösungen und Systemen der Landesverwaltung; Schnittstellen zu bestehenden/kommenden Systemen und Lösungen; Open Source)
Die ausführlichen Bewertungskriterien finden Sie hier.
Teilnahmebedingungen
Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
Kontakt für Rückfragen zum Ablauf des Wettbewerbs:
Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH
Smart City Unit
Sibylle Kubale / Beate Albert
smartcity@berlin-partner.de
Senatskanzlei Berlin
Nic Schröder
smartcity@senatskanzlei.berlin.de
Patrick Lange
smartcity@senatskanzlei.berlin.de
