Wettbewerb Mittendrin Berlin! Die Jury. © Benjamin Pritzkuleit

Wettbewerb „Mittendrin Berlin!“ geht in die nächste Phase

Der Vorentscheid ist gefallen: Sechs Kiez-Initiativen sind im Rahmen des Wettbewerbs „Mittendrin Berlin. Projekte für Berliner Zentren“ für die Konkretisierungsphase nominiert worden. Im Fokus des Wettbewerbs, den das Land Berlin zusammen mit der IHK Berlin und weiteren Partnern aus der Berliner Wirtschaft ausgeschrieben hat, steht 2022 das Thema Erdgeschoss.

Um die „Ebene Null“ geht es in diesem Jahr beim Berliner Standort-Wettbewerb „Mittendrin Berlin! Projekte für Berliner Zentren“. Genauer: Um frische Ideen und ungewöhnliche Ansätze für die Nutzung von Erdgeschosszonen in den Zentren und Geschäftsstraßen der Stadt, die vielerorts durch den pandemiebedingten Wandel gezeichnet sind und neu belebt und gestaltet werden können. Bis Anfang Juli konnten sich Berliner Standortinitiativen für eine Teilnahme bewerben. Sechs Gruppen wurden im August für die zweite Phase des Wettbewerbs nominiert, in der die ausgewählten Ideen konkretisiert werden sollen.  

„Berlin braucht lebendige Zentren und Geschäftsstraßen, und diese brauchen das Engagement und die Kreativität von Akteur:innen vor Ort. Deshalb ist der Wettbewerb Mittendrin Berlin! so wichtig, denn er fördert kreative Impulse und leistet einen wesentlichen Beitrag, Standortgemeinschaften und Netzwerke zu stärken“, so Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die nominierten Beiträge seien gelungene Beispiele für kreative, gemeinwohlorientierte Nachnutzungsideen. Wirtschaftssenator Stephan Schwarz hob hervor, dass die ausgewählten Initiativen wichtige Impulse zur Stärkung urbaner Räume und ihrer Attraktivität für den Einzelhandel, Anwohner:innen und Besucher:innen setzen und betonte: „Dabei ist die Verknüpfung wirtschaftlicher Aspekte mit sozialen und städtebaulichen Anliegen besonders wichtig.“
 

Die nächsten Phasen des Wettbewerbs

In der Konkretisierungsphase erhalten die sechs Nominierten jeweils Budget in Höhe von 3.000 Euro, um bis zum 23. Januar 2023 ihre Ideen weiterzuentwickeln. Außerdem präsentieren sie ihre Ansätze öffentlich im Rahmen sogenannter „Ideentreffs vor Ort“. Dies dient auch dem Ziel, lokale Netzwerke weiter auszubauen. Zum Ende der Phase reicht jede Gruppe einen ausgearbeiteten qualifizierten Antrag ein.

In Phase 3 des Wettbewerbs geht es schließlich an die Umsetzung vor Ort: Im Februar 2023 wählt die mit Expert:innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft besetzte Jury drei Gewinnergruppen aus. Bis Ende September 2023 können die Preisträger:innen ihre Konzepte dann realisieren. Als Gewinn erhält jede Gruppe 20.000 Euro für die projektbezogene praktische Umsetzung ihrer Idee und eine begleitende Beratung im Wert von 10.000 Euro.

Mittendrin Berlin! ist Teil des Berliner Pilotprojekts „Kuratiertes Erdgeschossmanagement in Zentren und Geschäftsstraßen“ der Nationalen Stadtentwicklungspolitik. Der Wettbewerb wird seit 2005 vom Lande Berlin gemeinsam mit der IHK Berlin und weiteren Partnern aus der privaten Wirtschaft durchgeführt. Er zeichnet Ideen und Konzepte lokaler Akteur:innen und Standortgemeinschaften aus, die Zentren und Geschäftsstraßen der Stadt in besonderer Weise stärken und unterstützt gleichzeitig neue Formen der Zusammenarbeit in der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Die Nominierten 2022

Unternehmer Initiative Tempelhofer Damm e.V. (Tempelhof-Schöneberg)
Die Gruppe möchte den öffentlichen Raum entlang des Tempelhofer Damms und die umliegenden Grünanlagen aufwerten. Vielfältige Nutzungen in den Bereichen Mobilität, Kunst, Kultur und Sport sollen die Attraktivität des Standorts steigern.

Arbeitsgemeinschaft Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße e.V. (Charlottenburg-Wilmersdorf)
Leerstehende Ladengeschäfte in der Wilmersdorfer Straße temporär alternativ nutzen: Wie das funktionieren könnte, möchte die Kiez-Initiative beispielhaft anhand verschiedener Ansätze erproben  – und damit Perspektiven für gemeinwohlorientierte Nachnutzungen aufzeigen.

Wilhelm gibt keine Ruh e.V. (Pankow)
Mithilfe der Methode „Planning for Real“ sollen sich Anwohnende und lokale Akteur:innen im Pankower Ortsteil Wilhelmsruh in naher Zukunft über ihren Wohn- und Einkaufsort austauschen und ihre Ideen und Vorstellungen direkt einbringen. Daraus sollen konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, die das Angebot in der Geschäftsstraße verbessern.

Werbegemeinschaft Bahnhofstraße Köpenick e.V. (Treptow-Köpenick)
Ziel der Initiative ist es, die Aufenthaltsqualität der Bahnhofstraße in der Dammvorstadt zu steigern, vorhandene Potenziale besser zu nutzen und ein so einen Ort zum Verweilen und Flanieren zu schaffen. Gemeinsam mit der lokalen Stadtgesellschaft soll im Rahmen von Mittendrin Berlin! ein „Entschleunigungskonzept“ entwickelt werden. Dieses soll unter anderem temporäre Mobilitätsalternativen zum Autoverkehr enthalten.

Wir im Weitlingkiez (Lichtenberg)
Eine Attraktivitätsstrategie für die Weitlingstraße in Lichtenberg möchte diese Standortinitiative erarbeiten. Wichtiger Teil ihres Vorhabens ist die Eröffnung des Kiezraumes „Weitling vier3“ unter dem Motto „Im Kiez! Aus dem Kiez! Für den Kiez!“. Hier sollen unter anderem zielgruppenspezifische Mitmachmöglichkeiten, kulturelle Veranstaltungen sowie regionale Produkte angeboten werden.

Interessengemeinschaft Leipziger Straße e.V. (Mitte)
Ziel des Vereins ist es, einen Beitrag zur Umgestaltung der Leipziger Straße in Mitte von einem „Transitraum“ zu einem „urbanen Aufenthaltsraum“ zu leisten. Zentrale Idee ist die Entwicklung einer Kulturmeile entlang der Erdgeschosszonen sowie die Erarbeitung eines zusammenhängenden Freiflächenkonzepts. Für die weiteren Umsetzungsschritte soll der Verein in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt werden.

Weiterführende Informationen

Wettbewerb „Mittendrin Berlin!“