Blick durch Blätterdach in Berlin-Friedenau, Smart City Berlin

© Ernestine von der Osten-Sacken

Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm: Entwurf liegt vor

Berlin will bis 2045 klimaneutral sein. Doch mit welchen Maßnahmen? Das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm soll den Weg dahin aufzeigen. Mitte Juni wurden erste Handlungsempfehlungen für den Umsetzungszeitraum 2022 bis 2026 vorgelegt. Erarbeitet wurden diese im Rahmen eines 9-monatigen partizipativen Prozesses.  

Klimaneutralität bis 2045. Und bis 2030 die CO2-Emission in der Stadt um 70 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Das sind die ehrgeizigen Ziele, die Berlin sich selbst gesteckt hat. Zentrales Instrument auf dem Weg dorthin ist das Berliner Energie und Klimaschutzprogramm (BEK 2030), das nach den Vorgaben des Berliner Energiewendegesetzes laufend weiterentwickelt werden soll. Am 16. Juni übergab ein Fachkonsortium, bestehend aus der Berliner Energieagentur GmbH, der DIW Econ GmbH, der Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH sowie der nexus GmbH und der Planergemeinschaft Stadt und Raum, einen ersten Entwurf mit Umsetzungsmaßnahmen für den Zeitraum 2022 bis 2026 an Dr. Silke Karcher, Berliner Staatssekretärin für Umwelt und Klimaschutz.

Der Entwurf für das BEK 2030 ist das Ergebnis eines neunmonatigen partizipativen Prozesses, in den Vertreter:innen unterschiedlichster Branchen und Institutionen, aber auch viele Bürger:innen im Rahmen von zwei öffentlichen Beteiligungsphasen eingebunden waren. Ein deutschlandweit bisher einzigartiger Prozess. „Berlin will mit dem überarbeiteten BEK noch zügiger die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren und die Versorgungssicherheit mit immer mehr Erneuerbaren Energien sichern“, so Silke Karcher.
 

Wissenschaftliche Empfehlungen für konkrete Maßnahmen


Mehr als 70 Maßnahmen umfassen die Empfehlungen der Wissenschaftler:innen für die Umsetzungsphase 2022 bis 2026. Diese fokussieren sich auf die Handlungsfelder: Energie, Gebäude, Verkehr, Wirtschaft sowie Privater Konsum und Haushalte. Der Ausbau effizienter Straßenbeleuchtung gehört ebenso dazu wie Sanierungspflichten im privaten Gebäudebestand oder eine zielgruppenspezifische Energieberatung von Bürger:innen.

Das größte Potenzial zur Verringerung und Vermeidung von CO2-Emission liegt derzeit im Gebäudesektor. Hier können moderne Technologien helfen, den Einsatz fossiler Energien zu verringern. Bisher stagniert die Entwicklung in diesem Bereich jedoch. Im Berliner Straßenverkehr ist der CO2-Ausstoß in den vergangenen Jahren sogar wieder gestiegen: Rund 30 Prozent – das sind 5,6 Millionen Tonnen – der CO2-Emission in Berlin wird durch den Verkehr verursacht. Der Ausbau von Rad- und Fußverkehrsinfrastrukturen sowie des ÖPNV-Netzes sind daher wesentliche Umsetzungs-Maßnahmen. Ein weiterer zentraler Handlungsansatz, um das Berliner Klimaziel zu erreichen, ist der Umstieg von Verbrennungs- auf elektrisch betriebene Fahrzeuge.
 

Nächster Schritt: Erarbeitung einer Beschlussvorlage
 

Aufbauend auf dem vorgelegten Entwurf für das BEK 2030 und die darin enthaltenen wissenschaftlichen Empfehlungen will die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz eine Beschlussvorlage für den Senat erarbeiten. Im Anschluss daran wird auch das Abgeordnetenhaus von Berlin das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm für den Umsetzungszeitraum 2022 bis 2026 beraten.

Der Senatsbeschluss werde verdeutlichen, wie Berlin seine Ziele in den Bereichen Energie, Gebäude, Wirtschaft und Verkehr erreichen will, unterstrich Silke Karcher die Bedeutung des vorliegenden Entwurfs und des BEK 2030. „Wir können das nur schaffen, wenn wirklich auf allen politischen Ebenen ambitionierte Klimaschutzpolitik betrieben wird.“ (vdo)
  

Weiterführende Informationen
 

BEK 2030 – Umsetzung 2022 bis 2026 – plus BEK-Abschlussbericht (pdf)

Beteiligungsprozess zur Weiterentwicklung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms