Motiv: Re-Use Berlin

„Re-Use am Bau“: die Gewinner

Um die Wiederverwendung von Bauteilen und Gebäudekomponenten ging es beim vierten Ideenwettbewerb der Initiative „Re-Use Berlin“. In diesem Jahr vergab die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz den Preis gleich 5 Mal.

„Wiederverwenden statt Wegwerfen“. Recycling ist für den Bausektor mit seinem hohen Energie-und Materialverbrauch ein wichtiges Thema. Um die Ressourcenwende auch beim Bauen voranzubringen, schrieb die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz Ende Januar den Ideenwettbewerb „Re-Use am Bau“ aus.

Der Ideenwettbewerb ist Bestandteil der Initiative „Re-use“ und geht zurück auf die „Zero Waste“- Strategie, die das Land Berlin im Rahmen seines Abfallwirtschaftskonzept 2020–2030 konsequent umsetzt. Es geht darum, Abfälle durch den Aufbau einer modernen, möglichst geschlossenen Abfallwirtschaft gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit der Initiative „Re-use“ will die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz mehr Berliner:innen zum Recyceln von Waren und Materialen motivieren. Wichtiger Bestandteil der Initiative sind Ideenwettbewerbe zu unterschiedlichen Re-Use-Themen.

Der Wettbewerb „Re-Use am Bau“ suchte Ideen zur Wiederverwendung von Bauteilen und Gebäudekomponenten in der Baubranche, die dabei helfen, die hohen Ressourcenverbräuche und Klimagasbelastungen der Branche zu verringern. Eingereicht werden konnten bereits umgesetzte Lösungen ebenso wie solche, die sich noch in der Umsetzung befinden. Oder aber Ideen, die innovativ und umsetzbar sind.

Insgesamt 40 Einrichtungen, Unternehmen und Privatpersonen bewarben sich zwischen Januar und März dieses Jahres für den Wettbewerb.

Sämtliche Beiträge wurden nach fünf Kriterien bewertet:
 

  1. Wirkungspotenzial und Anschlussfähigkeit im Rahmen der Initiative Re-Use Berlin
  2. Ökologisches Potenzial
  3. Ökonomische Tragfähigkeit
  4. Umsetzbarkeit und Ausbaufähigkeit
  5. Grad der Innovation und Kreativität

Im April wurden die Preisträger:innen durch Staatssekretärin für Umwelt und Klimaschutz,Dr. Silke Karcher bekanntgegeben. Interessant: Der dritte Preis wurde aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Beiträge gleich drei Mal verliehen. Insofern konnten sich in diesem Jahr insgesamt fünf Preisträgerinnen über eine Auszeichnung freuen.  

Die  5 Preisträger
 

1. Preis: HS Architekten und Concular für die Errichtung von lebenswertem, nachhaltigem Mehr-Generationen-Wohnraum im Wohnungsbauprojekt „Ahorngarten“. (2.500 EUR)

Erläuterung: Der prämierte Ideenbeitrag beschreibt die Errichtung von lebenswertem und nachhaltigem Mehr-Generationen-Wohnraum unter der Berücksichtigung von Re-Use-Aspekten wie dem Erhalt der Bestandssubstanz, der Wiederverwendung bestehender Materialien mit Hilfe von Materialdatenbanken und dem Urban-Mining für neu einzubringende Materialen. Der Ideenbeitrag zeigt anschaulich, dass die Nutzung wertvoller Bausubstanz als Teil bereits bestehender Infrastruktur nachhaltig und ressourcenschonend fortgeführt werden kann und besitzt Modellcharakter für die Entwicklung weiterer Quartiere.
 

2. Preis: BIM GmbH und das Natural Building Lab für das Projekt „Spreewatch“ und die Entwicklung eines (teil-)seriellen Prototyps für einen „Typenbau Wasserrettungsdienst“ unter Verwendung von wiederverwendbaren Bauteilen. (1.500 Euro)

Erläuterung: Der prämierte Ideenbeitrag beschreibt die Entwicklung eines Prototyps für einen „Typenbau Wasserrettungsdienst“. Die Entwicklung berücksichtigt als Prämisse das (teil-)serielle, kreislaufgerechte Bauen und kann in Kombination mit dem Einsatz von wiederverwendbaren Bauteilen aus dem Portfolio der BIM durchgeführt werden. Der Ideenbeitrag lotet damit Potenziale der Wiederverwendung im Kontext öffentlicher Baumaßnahmen aus.


3. Preise (jeweils 1.000 Euro)

Spreeplan Projekt UG für die Idee „Re-Use von Dachziegeln beim Dachausbau“

Erläuterung: Der prämierte Ideenbeitrag beschreibt anhand eines bereits umgesetzten Projektes, wie die Wiederverwendung von Dachziegeln bei Dachausbauten mit einem großen Potenzial für die Einsparung von Kosten, Energie als auch Ressourcen einhergehen kann. Damit dies gelingt, so zeigt der Ideenbeitrag anschaulich, müssen sowohl Hersteller, als auch Planungsbüros, Prüflabore und die ausführenden Betriebe mehr in die Verantwortung gezogen werden

Praeger Richter Architekten für eine „Neue Umbaukultur: Umbaubarer Ausbau im Neubau“

Erläuterung: Der prämierte Ideenbeitrag beschreibt, wie im Ausbauhaus Südkreuz in Berlin entgegen der üblichen Baupraxis der spätere Umbau bereits in der Planungsphase mit berücksichtigt wird. Der Innenausbau der Wohnungen wird verbundstoffrei und mit nachwachsenden Rohstoffen umgesetzt. Darüber hinaus erlauben Schraubverbindungen einen abfallfreien Umbau der Wohnung bzw. eine sortenreine Rückgewinnung von Baustoffen. Dadurch müssen Neubauten von heute in Zukunft weniger abgerissen und entsorgt werden, sondern können ressourcenschonend modernisiert oder umgebaut werden.

Partner und Partner Architekten & Assiduus Development GmbH für ihr Konzept „39 M – local circular upgrade“

Erläuterung: Der prämierte Ideenbeitrag beschreibt ein Konzept, welches auf zwei wesentliche Aspekte des zirkulären Bauens fokussiert. Der Rückbau eines Gebäuderiegels von 1958 erfolgt zum einen mit dem Ziel, die „lineare“ Primärkonstruktion in einem Upcyclingprozess zu kreislauffähigen Gebäudekomponenten upzugraden. Zum anderen werden die neu gewonnenen Bauteile im Rahmen derselben Baumaßnahme, direkt vor Ort zu einem neuen Bauwerk zusammengesetzt.

Weitere Informationen zur Initiative „Re-Use Berlin“: berlin.de/re-use