Grafik: Beteiligungskonzept für die Ausarbeitungsphase der Smart City-Strategieentwicklung

Smart City-Strategie: Beteiligungsprozess gestartet

Der Prozess zur Entwicklung der neuen Berliner Smart City-Strategie geht in die nächste Runde. Auf die Konzeptphase folgt jetzt die Ausarbeitungsphase, in der es um die Spezifizierung von Zielen und Maßnahmen geht. Interessierte Berliner:innen können sich auch in Phase 2 wieder aktiv in den Prozess einbringen.

Einige Vorschläge stehen bereits online: Ein User wünscht sich eine 3-D-Visualisierung der Stadt, die Anwohner:innen Ideen, Konzepte und Visionen der Quartiersentwicklung verständlich macht. Eine Userin schlägt vor, gesammelte Daten umfänglich und aktuell zur Verfügung zu stellen. Seit dem 9. November können die Berliner:innen an der Ausarbeitung der neuen Smart City-Strategie mitwirken. Denn nachdem am Anfang August der Strategische Rahmen als Basis der neuen Strategie vom Berliner Senat beschlossen wurde, geht es nun in die Ausarbeitungsphase. Das heißt konkret: bis zum Mai 2022 kann sich die gesamte Stadtgesellschaft über verschiedene Beteiligungsformate in den Prozess einbringen und dabei die Frage beantworten, wie ein lebenswertes, smartes Berlin aussehen soll.
 

Die Vielfalt der Berliner:innen abbilden

„Unser Anspruch ist, dass die Berliner Smart City-Strategie von der Stadtgesellschaft als Ganzes entwickelt wird. Dafür wird ein umfangreicher Beteiligungsprozess durchgeführt, in welchem die fünf maßgeblichen Akteursgruppen der Stadt – Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung/Politik, organisierte Zivilgesellschaft und die sogenannten stillen Gruppen (Menschen mit Einschränkungen, Menschen mit Fluchterfahrungen, Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, Kinder und Jugendliche, Menschen ohne Obdach, Anm. d. Red.) – eingebunden werden“, erläutert Dr. Frank Nägele, Staatssekretär für Verwaltungs- und Infrastrukturmodernisierung. Ein Stadtgremium Digitales Berlin soll dabei die Vielfalt der Berliner:innen abbilden. Nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürger:innen erarbeiten gemeinsam mit Mitarbeiter:innen der Berliner Verwaltung konkrete Inhalte für die neue Strategie. Unterstützt werden sie durch Smart City-Expert:innen. Verschiedene öffentliche Formate ergänzen den Prozess. Interessierte können die Zwischenergebnisse online kommentieren und so die Umsetzung der Strategie mitgestalten.
 

Phase 2 eines 3-stufigen Prozesses

Die Entwicklung der neuen Berliner Smart City Strategie, die im Rahmen des Programms „Modellprojekte Smart Cities“ durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und die KfW Bank gefördert wird, soll bis zum Herbst 2022 abgeschlossen sein. Insgesamt umfasst der Prozess drei Phasen. In der bereits abgeschlossenen Konzeptphase wurde der Strategische Rahmen erarbeitet. Mehr als 1.600 Berliner:innen beteiligten sich im März/April 2021 in verschiedenen Workshops und online an der Ideenfindungsphase. Rund 350 Bürger:innen kommentierten anschließend die daraus resultierende Erstfassung des Strategischen Rahmens im Netz. Das am 3. August beschlossene Dokument beinhaltet richtungsweisende Leitgedanken, Prinzipien und übergreifende Zukunftsperspektiven für die neue Smart City Berlin. In der jetzt angelaufenen Ausarbeitungsphase geht es darum, spezifische Ziele und Maßnahmen zu erarbeiten und den Strategischen Rahmen mit Leben zu füllen.

In der dritten Umsetzungsphase, die von Anfang Januar bis Ende 2022 angesetzt ist, wird ausdifferenziert, welche neuen Projekte die Smart City Berlin auf den Weg bringt. Beispielhaft sollen fünf Pilotprojekte in der Stadt umgesetzt werden.

Der breite partizipatorische Ansatz ist ein Eckpfeiler des Strategieprozesses. Ebenso wie die Berufung eines mit Smart City-Expert:innen besetzten Strategiebeirats sowie eines Strategieboards, in dem relevante Politikfelder vertreten sind. „Die Smart City-Strategie hat nicht nur innovative Stadtentwicklung zum Thema, sondern wird auch bei der Partizipation neue Wege beschreiten. Wir freuen uns, den Beteiligungsprozessintensiv zu begleiten und sind gespannt auf die Ideen und Anregungen der Berlinerinnen und Berliner”, so Dr. Benjamin Seibel, Leiter des CityLAB Berlin, das den Strategieprozess im Auftrag der Senatskanzlei Berlin koordiniert.

Der  Berliner Stadtgesellschaft eröffnet die Ausarbeitungsphase der neuen Smart City-Strategie die Gelegenheit, kreativ mitzubestimmen, in welche Richtung sich die Stadt entwickeln wird und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielen kann. (vdo)

Berliner:innen können ihre Ideen für die Smart City Berlin bis zum 2. Januar 2022 einbringen auf: mein.berlin.de 

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