Smart City meets Smart Country – erster digitaler Austausch zur Zusammenarbeit der BMI Modellprojekte in Berlin und Brandenburg

Erfolge ausbauen und miteinander vernetzen: Am 30. August trafen sich die BMI Modellprojekte Smart Cities aus Berlin und Brandenburg erstmalig zu einem digitalen Austausch – einen Monat nach dem Zuschlag für Potsdam und Guben. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderungen Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH und die Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH.

Welches sind die Faktoren, die Bewerberstädte erfolgreich machen? Und wie kann die Zusammenarbeit auch mit anderen Kommunen für die Entwicklung von Smart Cities gestärkt werden? Diese und andere Fragen diskutierten Ende August mehr als 70 Teilnehmer:innen  mit den Bürgermeistern und anderen Vertreter:innnen der fünf erfolgreichen Bewerberstädte aus den ersten drei Staffeln des Bundeswettbewerbs „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums des Innern, Bau und Heimat (BMI): Cottbus (2019), Bad Belzig/Wiesenburg und Berlin (2020) sowie Potsdam und Guben (2021). Damit fließen insgesamt über 60 Mio. EUR an Bundesfördermitteln in die Region, um die Städte auf ihrem Weg zu Smart City zu unterstützen.

Die Bürgermeister der erfolgreichen Brandenburger Bewerberstädte: Oberbürgermeister Mike Schubert | Potsdam, Bürgermeister Roland Leisegang | Bad Belzig, Bürgermeister Marco Beckendorf | Wiesenburg  – sowie für Berlin Staatssekretär Dr. Frank Nägele aus der Senatskanzlei – sprachen bei dem Treffen über ihre Vorhaben und diskutierten Bedarfe und Ansätze zur Zusammenarbeit. Bürgermeister Claus Junghanns | Frankfurt / Oder  als potenzielle Bewerberstadt teilte seine bisherigen Erfahrungen auf dem Weg zur Smart City. Präsentiert wurden insbesondere inhaltliche Aspekte der Bewerbungen von Cottbus, Berlin und Potsdam. Die Schwerpunkte liegen hier auf Themen wie: Innovationsorientierung und  Quartiersentwicklung, Gesundheit und Bildung, Green New Deal, Mobilitätswende, Nachhaltigkeit, Klima- und Katastrophenschutz sowie Unterstützung von Gründer:innen der Gemeinwohlorientierung.

Diese Vielfalt bietet eine gute Startrampe für Austausch und Zusammenarbeit, neue Bottom-up-Ansätze und Kooperationsstrukturen. Voneinander lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und damit insgesamt eine Modellregion für den Wissenstransfer zu entwickeln – das ist das Ziel der weiteren Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg. Sämtliche Kommunen in der Region – ob große oder kleine –   können von den Erfahrungen der Bewerberstädte  profitieren. Sie können sich mit ihren eigenen Ökosystemen anschließen und passgerechte Lösungen für die lokalen Anforderungen entwickeln.

Im Rahmen des Strategischen Gesamtrahmen Hauptstadtregion (SGHR) wurde vereinbart, gemeinsame Vorhaben auf den Weg zu bringen. Betont wurde dabei, dass die Digitalisierung nicht an den kommunalen Verwaltungsgrenzen aufhört. Vielmehr muss die Vernetzung mit Nachbargemeinden und angrenzenden Bundesländern angedacht werden – auch für die Oderregion und darüber hinaus.

Die neuen Eckpunkte für eine Regionalentwicklungsstrategie Brandenburgs (RES) weiten den Horizont mit Blick auf ein neues Verhältnis von Stadt und Land, innovative Formen der Wertschöpfung und neue digitale Ansätze und Möglichkeiten. Die reine Fokussierung auf die „Probleme“ vor der Haustür ist sicherlich ein zentraler Treiber, greift aber viel zu kurz. Neben dem großen wissenschaftlichen Potenzial der Region müssen erfolgreiche Smart City-Projekte auf ihre Übertragbarkeit in andere Kontexte geprüft werden. Denn das erhöht das Tempo, spart Entwicklungskosten und stärkt die Innovationskraft und Attraktivität der gesamten Region.

Fazit:

Für einen erfolgreichen Strukturwandel sind die Zusammenarbeit und Kompetenzen regionaler Akteure zentrale Faktoren. Aus „Stärken stärken“ wird „Stärken verbinden“, weil der Wille groß ist, die Zusammenarbeit im Rahmen der Entwicklung smarter Städte und Regionen zu intensivieren. Die Kommunen sehen sich nicht als Wettbewerber, sondern wollen sich gegenseitig unterstützen. Auch die Wirtschaftsförderungen betrachten sich nicht als Konkurrenten; sie arbeiten wie bei den Ansiedlungen und der Entwicklung der Flughafenregion eng zusammen. Hauptsache: Smarte Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.