Collage: Berlin und Paris mit Fernsehturm und Eiffelturm

Credit: Adam Vradenburg/Unsplash (li.), Margarida Louro/Unsplash (re.)

Machbarkeitsstudie „Berlin Paris-konform machen“ veröffentlicht

Wie kann Berlin bereits vor 2050 klimaneutral werden – und damit seinen Beitrag zur Umsetzung des Klimaschutz-Abkommens von Paris leisten? Das beantwortet eine von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) im Dezember 2019 beauftragte Machbarkeitsstudie, die gerade veröffentlicht wurde. 

Die Machbarkeitsstudie „Berlin Paris-konform machen“ zeigt anhand detaillierter Szenarien auf, wie ambitioniert die Berliner Ziele, bezogen auf verschiedene Eckdaten, tatsächlich sind. Damit aktualisiert sie die Machbarkeitsstudie „Klimaneutrales Berlin 2050“ aus dem Jahr 2014
 

 Kernergebnisse der Studie
 

  • Die großen Klimaschutz-Anstrengungen des Landes, insbesondere im Gebäudesektor (energetische Sanierung, klimaschonende Energie- und Wärmeversorgung) sowie im Verkehrssektor (Ausbau Umweltverbund, Reduzierung Individualverkehr, Elektrifizierung), müssen durch eine deutlich ambitioniertere Klimaschutzpolitik auf Bundesebene begleitet werden. 
     
  • Um die Zwischenziele in den Etappenjahren 2030 und 2040 zu erreichen, müssen weitere Anstrengungen unternommen werden. 
     
  • Das Erreichen der Klimaneutralität (im Sinne einer Reduktion der CO2-Emissionen um mindestens 95 Prozent gegenüber 1990) erscheint für das Land Berlin in den 2040-er Jahren erreichbar. Damit bestätigt die Untersuchung das Klimaneutralitätsziel 2045 im novellierten Berliner Energiewendegesetz (EWG).
     

Darüber hinaus schlagen die Autor:innen der Studie 50 Maßnahmen vor, wie das Land Berlin die gesteckten Klimaschutzziele erreichen kann. Diese ergänzen das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030) und sollen den Weg der Hauptstadt zur Klimaneutralität in sämtlichen Handlungsfeldern unterstützen. Außerdem empfiehlt die Studie neue Steuerungsstrukturen für den Klimaschutz („Klima-Governance“) einzurichten, um Klimaneutralität zur gemeinsamen Aufgabe sämtlicher Senatsverwaltungen zu machen – etwa durch die Festlegung konkreter Sektorenziele. 

Die Machbarkeitsstudie „Berlin Paris-konform machen“ ist das letzte noch offene Vorhaben aus dem Senatsbeschluss zur Anerkennung der Klimanotlage vom Dezember 2019. Der Beschluss sah – neben dem im April 2021 eingeführten Klimacheck für Senatsvorlagen und dem im Juni 2021 beschlossenen Maßnahmenpaket zur Klimanotlage – die im August 2021 verabschiedeten Novelle des Berliner Energiewendegesetzes vor. Ein weiterer zentraler Punkt war eine Untersuchung zur Frage, wie sich die klimaschädlichen CO2-Emissionen Berlins schnellstmöglich weiter reduzieren lassen. 

Die Vorschläge aus der Machbarkeitsstudie „Berlin Paris-konform machen“ werden im nächsten Schritt von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz geprüft. Anschließend sollen sie in den Prozess zur Fortschreibung des BEK 2030 einfließen, der unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit Mitte September 2021 an den Start geht. Erarbeitet wurde die Studie von einem Konsortium unter Leitung des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). (vdo)
 

Weiterführende Informationen – und Download des Abschlussberichts in Lang- und Kurzfassung