Cover Impulspapier „Technologie und Mensch in der Kommune von morgen“

Motiv: Impulspapier „Technologie und Mensch in der Kommune von morgen“

Impulspapier II : Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz – unbedingt gemeinsam denken

Welche Standards sind für deutsche Städten und Kommunen im Zuge der Digitalen Transformation wichtig und notwendig? Diese und weitere Fragen beleuchtet das gerade erschienene zweite Impulspapier „Technologie und Mensch in der Kommune von morgen“ des Smart City Standards Forum (SCSF). Darüber hinaus gibt das Dokument Handlungsempfehlungen zu den Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sowie Resilienz. 

Normen und Standards schaffen Klarheit – zum Beispiel über die Eigenschaften von Produkten, Dienstleistungen und Verfahren. Sie sind ein wichtiger Aspekt für die Qualitätssicherung und -steigerung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Verwaltung. Der digitale Wandel von Städten und Kommunen und ihre Entwicklung zu Smart Cities erfordert neue und zusätzliche Regeln und Prinzipien nicht nur für die technischen Systeme. Gefragt sind Blaupausen für die Verknüpfung unterschiedlicher Anwendungsbereiche in Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch für eine neue Art des Zusammenwirkens von Interessengruppen. Die COVID-19-Krise hat die Schwachstellen der Digitalisierung in Deutschland noch einmal deutlich gemacht und gezeigt, wo dringender Handlungsbedarf existiert. 

Um die Standardisierungsbedarfe deutscher Städte und Kommunen aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen zu geben, hat das Smart City Standards Forum (SCSF) des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN) jetzt das Impulspapier „Technologie und Mensch in der Kommune von morgen“, herausgebracht.  Dieses ergänzt die im ersten Impulspapier von 2017 gestellte Forderung nach einer nationalen Transformationsstrategie für die Digitalisierung. Die drei Kernthemen des Impulspapiers II zeichnen sich durch ihren übergreifenden Charakter aus: „Digitalisierung“, „Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft“ sowie“ Resilienz“. 

„Das SCSF will als rahmensetzender Impulsgeber zu Schnittstellenthemen der Digitalen Transformation von Kommunen dienen, um damit auf Fehlstellen hinzuweisen und neue Standardisierungsthemen anzuschieben“, so René Lindner Senior Projektmanager Innovation, Forschung, Transfer beim DIN und Mitglied des SCSF. „Daher wurden im Verlauf des Jahres 2019 die drei Themen ‚Digitalisierung unter Ausnahmebedingungen’, ‚Zukunft der Städte und Kommunen durch Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sichern’ sowie ‚Resilienz in Städten und Kommunen’ benannt und schließlich in 2020 mit rund 40 Mitwirkenden – inklusive 16 kommunaler Vertreter*innen sowie Smart-City-Akteur*innen aus Industrie und Wissenschaft – in drei Workshops  bearbeitet.“  

Thematisch wirft das Impulspapier einen Blick auf die sich abzeichnenden Handlungsnotwendigkeiten im kommunalen Kontext. Die relevanten Herausforderungen werden skizziert und sind damit besser erkenn- und fassbar. Daneben werden erste konkrete Handlungsempfehlungen für Städte und Kommunen umrissen, um Maßnahmen unmittelbar zu aktivieren. 

Joachim Schonowski, einer der beiden Leiter des SCSF: „Es gibt eine Reihe von Empfehlungen für Standards, wie z. B. Anforderungen an das Zusammenspiel der digitalen Systeme bzw. die Wirksamkeitsüberprüfung im Bereich Digitalisierung, Resilienz digitaler Systeme oder die zirkuläre Kommune. Des Weiteren sind (politische) Handlungsempfehlungen im Impulspapier dargestellt, die flankierend zu den Standardisierungsbedarfen die digitale Transformation von Kommunen unterstützen sollen.“ Grundsätzlich zeigt das Impulspapier auf,  dass Nachhaltigkeit, zirkuläre Wertschöpfung und Resilienz ein wichtiger Bestandteil von Digitalisierung sind und deshalb von Anfang an in einem gemeinsamen Kontext entwickelt und umgesetzt werden müssen. 

Kernaussagen des Impulspapiers
 

  • Die Digitalisierung von Städten und Kommunen sollte sinnhaft, ganzheitlich und nachhaltig angegangen werden. 
  • Das Konzept der zirkulären Kommune, die mithilfe nachhaltiger, digitaler Systeme ihr volles Potenzial etwa zugunsten eines hocheffizienten Ressourcenverbrauchs ausschöpfen kann, gilt es jetzt umzusetzen.
  • Kommunale Resilienz sollte sich auf digitale Systeme fokussieren.

Die im Impulspapier II des SCSF beleuchteten Normungs- und Standardisierungsbedarfe bilden die Vorstufe in der Erarbeitung sogenannter DIN SPECS, die Standards aus der Forschung heraus am Markt etablieren. Sie helfen außerdem „blinde Flecken“ auf einer Normungslandkarte für Smart Cities in Deutschland zu befüllen, die das Smart City Standards Forum in Nachgang bearbeiten will. „Die Normungslandkarte ist für alle Kommunen in Deutschland wichtig, da sie in einer aggregierten Form die verfügbaren und aktuell in Bearbeitung befindlichen Normen und Standards aus den einzelnen Handlungsfeldern (sowie handlungsfeldübergreifend) zu Smart Cities darstellt“, erläutert Klaus Illigmann, ebenfalls Leiter des SCSF. Damit werde ein guter Überblick gewährleistet, der es den Kommunen erleichtere, sich thematisch zu orientieren. Eine solche Karte hätte aber noch einen weiteren Vorteil: „Es entsteht eine Art Vorab-Quasi-Standard, der auch seinen Niederschlag bei den entsprechenden Lösungsanbietern findet.“

Perspektivisch könnte die Standardisierung der Digitalisierung und der anfallenden Daten auch einen deutsch-europäischen Weg aufzeigen – hin zu einem internationalen Prüfzertifikat „Smart Cites made in Germany/Europe“. (vdo)

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