Illustration: 123comics, 2021

Online-Kommentierung des Strategischen Rahmens der Smart City Strategie: Was kam dabei heraus?

350 Berliner*innen machten mit: Sie kommentierten vor wenigen Wochen online die Erstfassung des Strategischen Rahmens der Berliner Smart City Strategie. Ein tolles Ergebnis! Denn der Entwurf, der ebenfalls unter reger Beteiligung der Stadtgesellschaft entstanden war, ist umfangreich. Das überarbeitete Dokument soll noch im Juni an den Berliner Senat übergeben werden.

Berlin gibt sich eine Smart City Strategie. Und das unter Mitwirkung der gesamten Stadtgesellschaft: Mehr als 1.600 Berliner*innen beteiligten sich im März an der ersten Online-Umfrage des CityLAB Berlin zur Zukunft ihrer Stadt. Zusammen mit den Ergebnissen aus 35 Interviews und diversen Workshops, an denen 250 Vertreter*innen der Berliner Zivilgesellschaft teilnahmen, kam so eine Vielzahl an Ideen, Perspektiven und Inspiration zusammen, die anschließend gesichtet und ausgewertet und zu einer Erstfassung des Strategischen Rahmens für die neue Berliner Smart City Strategie zusammengefasst wurden. Ende April war das Dokument zehn Tage lang auf mein.berlin.de öffentlich einsehbar und konnte online kommentiert werden. 350 Berliner*innen beteiligten sich an dieser „Kommentierungsphase“.

Die Kommentierung: (zeit-)intensiv, aber sehr ergiebig 

Das klingt zunächst wenig, aber die Kommentierung war zeitaufwendig. Sie erforderte Konzentration und Engagement. „Besonders gefreut hat uns, dass viele den gesamten Text oder ausgewählte Stellen gelesen, uns sehr konstruktives Feedback gegeben und gute Vorschläge gemacht haben. Das hat das Dokument um vielfältige Expertise bereichert“, so Niklas Kossow, Projektmanager im CityLAB Berlin, das im Auftrag der Berliner Senatskanzlei die Beteiligung im Rahmen des Berliner Smart City-Strategieprozess koordiniert. „Da für die Kommentierung mindestens einzelne Textabschnitte gelesen werden mussten, sind 350 Kommentare deutlich mehr, als wir erwartet hatten.“

Besonders intensiv – aber durchaus auch gegensätzlich – setzten sich die Berliner*innen in ihren Kommentaren mit Themen auseinander, die im öffentlichen Diskurs sehr präsent sind. „Dazu zählen beispielsweise Wohnen und Mobilität. Diese Themen können in der Smart City allerdings nur indirekt adressiert werden, da die Ressortstrategien die grundlegende Richtung vorgeben und die Smart City diese nur unterstützen kann.“

Wie geht es weiter?

Noch im Juni soll der Strategische Rahmen samt der eingearbeiteten Kommentare an den Berliner Senat übergeben werden. Die Bürger*innen der Stadt können sich wieder ab September 2021 aktiv in den Prozess einbringen. Dann nämlich geht es um die Ausarbeitung der Smart City Strategie, die der Berliner Senat bis Ende 2022 im Rahmen des bundesweiten Modellprojekts Smart City in einem mehrstufigen Prozess erarbeiten will, um die Stadt nachhaltig, resilient und gemeinwohlorientiert zu digitalisieren.

Der Strategische Rahmen, der mithilfe der vielfältigen Stimmen der Stadtgesellschaft formuliert wurde, bildet die Grundlage  dafür – denn die Beteiligung der gesamten Stadtgesellschaft ist ein zentraler Bestandteil des Strategie-Prozesses. „Berlin hat durch seine verschiedene Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung großes Potenzial zur Smart City zu werden. Aber wir müssen ihnen einen Raum geben sich einzubringen“, erläutert Niklas Kossow. Das betreffe vor allem die Ausarbeitung konkreter Maßnahmen. „Bei der Umsetzung von Smart City-Projekten braucht Berlin verschiedene Stakeholder*innen. Sie werden daher bereits in die Entwicklung der Smart City Strategie mit eingebunden. Die Strategie wird so einfach besser – und sie orientiert sich an den Wünschen der Berliner*innen!“

Einen Überblick  über die laufenden Entwicklungen des Strategie-Prozesses gibt der öffentliche Online-Wissensspeicher.

FAQ zum Berliner Smart City-Strategieprozess