CityLab, Smart City Berlin

© Franz Held/Shutterstock

Key Learnings für die künftige Berliner Smart City Strategie

Mehr als 500 Registrierte und über 40 Wissenschaftler*innen und Expert*innen aus aller Welt nahmen am 23. und 24. März am Smart City Symposium teil, zu dem das CityLAB der Technologiestifung Berlin gemeinsam mit der Berliner Senatskanzlei und dem Centre for Digital Governance der Hertie School geladen hatte. Verschiedene Workshops und Diskussionen thematisierten und reflektierten den aktuellen Stand der Forschung. 

Zwei Tage lang ging es auf dem international besuchten Online-Symposium „Redefining the Smart City“ nur um eins: die Chancen und Risiken einer „smarten“ urbanen Zukunft. Wissenschaftler*innen und Expert*innen aus aller Welt gaben in verschiedenen Workshops Einblicke in ihre Arbeit zum Thema Smart Cities und diskutierten anschließend intensiv mit dem Publikum. 

Mehr als 500 Teilnehmer*innen hatten sich für die Veranstaltung registriert, die das CityLAB Berlin gemeinsam mit der Berliner Senatskanzlei und dem Centre for Digital Governance der Hertie School ausrichtete. Im Mittelpunkt stand die am Gemeinwohl orientierte Smart City, in der die Bürger*innen eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Weltweit beziehen Metropolen ihre Bewohner*innen daher inzwischen aktiv in die Lösung drängender Probleme wie Klimawandel, Ressourcenschonung oder die nachhaltige Verbesserung der städtischen Infrastruktur mit ein.

„Smart Citizens in Smart Cities” war dann auch das Thema der Keynote von Beth Simone Noveck, Leiterin des Governance Lab an der New York University (NYU) und Chief Innovation Officer des US-amerikanischen Bundesstaates New Jersey. In ihrer Rede hob sie hervor, welche zentrale Rolle „Crowd Intelligence“ in der Entwicklung von Smart Cities spielen kann. Gleichzeitig betonte sie, dass Bürgerbeteiligungsprozesse gut geplant sein müssen und klare Ziele brauchen, um zum Erfolg zu führen.

Weitere prominenten Speaker*innen im Line-up waren die italienische Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Francesca Bria und Bianca Wylie, Gründerin des Open Data Institute Toronto. Die vier in den Workshops behandelten zentralen Themenblöcke: Bürgerorientierung, Wirtschaft und Verwaltung, Data Governance sowie Verwaltungskapazitäten im Smart City-Kontext.

Erkenntnisse aus dem Smart City Symposium (Auswahl)
 

  • Wie eine lebenswerte Stadt aussieht, wissen die Bewohner*innen am besten. Sie sollten daher von Anfang an in den Prozess zur Entwicklung einer neuen Smart City Strategie eingebunden werden. 
  • Co-Creation ist eines der Schlüsselkonzepte für eine erfolgreiche Smart City. 
  • Partizipation ist ein Prozess, der eine Strategie und eine Methode braucht.
  • Technologien sind kein Ziel. Sie sind vielmehr eine Strategie, die es richtig einzusetzen gilt.
  • „Smart“ sollen nicht nur die Technologien, sondern auch die Bürger*innen von Städten sein. 
  • Wir brauchen nicht nur „Smart Cities“, sondern auch „Happy Cities“.
  • Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Vieles ist bereits da. Sämtliche Akteur*innen können und sollten voneinander lernen. 
  • Ergebnisoffenes Arbeiten ist gefragt. Der Weg einer Stadt zur Smart City ist eine Reise ins Ungewisse. Klare Strategien sind und bleiben daher wichtig.
  • Die öffentliche Verwaltung kann eine wichtige Rolle spielen in der Entwicklung einer Stadt zur Smart City – aber nur in Zusammenarbeit mit Partner*innen aus der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Bewohner*innen.

Mehrere Diskussionsteilnehmer*innen unterstrichen außerdem die Bedeutung von „Public Private People Partnerships“ für die Entwicklung von Smart Cities  – um Verantwortung zu teilen und das Vertrauen in Ergebnisse und Endprodukte zu erhöhen. 

Dass Open-Data-Strategie Kernbestandteil jeder Smart-City-Strategie ist, hoben die Redner*innen im Data-Governance-Workshop hervor. Denn der offene Zugang zu Daten erhöht nicht nur die Verwaltungs-Transparenz, sondern ermöglicht es auch sämtlichen Bereichen der Wirtschaft, Beobachtungen zu machen und Innovationen voranzutreiben, die vorher unmöglich schienen. Zugleich verwiesen die Podiumsteilnehmer*innen auf die Bedeutung einer vorausschauenden Datenbeschaffungs-Strategie. Bei dieser sollte allerdings genauestens geprüft werden , welche*r der Beteiligten die Rechte an den Daten behält, die bei der Umsetzung einer Smart-City-Strategie entstehen.

Die Ergebnisse aus dem Smart City Symposium sollen in die Erarbeitung der Berliner Smart City Rahmenstrategie einfließen, die als Bestandteil des Modellprojekts Smart City vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gefördert wird. Auf dem Weg zur neuen Smart City Strategie hat Berlin Anfang März einen mehrstufigen Beteiligungsprozess gestartet. Dieser soll sicherstellen, dass die anstehenden Fragen mit allen interessierten Gruppen in der Stadt diskutiert werden und deren Input in die neue Strategie einfließt.

Das Online-Symposium „Redefining the Smart City“ war eine ersten Veranstaltungen der aktuellen Konzeptphase. Eine aktuelle Übersicht weiterer Events gibt der „Öffentliche Wissensspeicher zur Entwicklung Smart City Strategie“.  (vdo)