Smart City Berlin, CityLAB, Digital Vereint

„Digital Vereint“

Pilotcharakter hat eine neue Online-Plattform des CityLAB Berlin: „Digital Vereint“ unterstützt Vereine, gemeinnützige Organisationen und Stiftungen bei der Digitalisierung. Der Berliner Senat fördert das Projekt, das zugleich den Betrieb von nicht kommerzieller Infrastruktur erproben soll.  

Wie bringt ein Imkerverein in Berlin-Reinickendorf digital neuen Schwung in sein Vereinsleben? Wie kann man als Sportverein Kinder und Jugendliche während des Lockdowns online motivieren, am Ball zu bleiben? Und wie setzt ein Berliner Kunstkollektiv digitale Tools gezielt in seiner Arbeit ein? Auf „Digital Vereint“  kann man es nachlesen. Am 1. März ging die neue Plattform online. Sie wendet sich an alle Engagierten in Berlin, die ihre zivilgesellschaftliche Arbeit mit digitalen Tools effizienter gestalten wollen. Bereitgestellt wird sie vom CityLAB Berlin – einem Projekt der Technologiestiftung Berlin, das von der Senatskanzlei gefördert wird.

„Für die Zivilgesellschaft, die in Corona-Zeiten Großes leistet, ist die Digitalisierung die große Herausforderung. Viele Vereine und Organisationen mussten ihre Arbeit komplett umstellen und haben dabei viel Kreativität bewiesen. Aus zahlreichen Gesprächen und wissenschaftlichen Befragungen wissen wir aber auch: Der Beratungsbedarf ist riesig“, sagt Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei. „Mit der neuen Webseite wollen wir es gemeinnützigen Vereinen, Stiftungen und Initiativen erleichtern, digitale Möglichkeiten für ihre Arbeit zu nutzen.“

Nach wie vor geht in gemeinnützigen Vereinen und Organisationen viel Zeit für administrative Arbeit drauf. Mit digitalen Tools könnte sie schneller erledigt werden könnte. Außerdem fehlt häufig das notwendige Know-how, um digitale Tools zu installieren und für die Vereinsarbeit zu nutzen. Das bestätigt auch die aktuelle Studie  „Digital im Verein“ der Technologiestiftung Berlin. Hier setzt die Plattform „Digital Vereint“ ein: mit Informationen – etwa zu den Themen Datenschutz und Sicherheit im Netz – , Erfahrungsberichten, Tool-Übersichten und Workshops zu Themen wie „Social Media“. Über den Community-Chat können sich Organisationen austauschen und neue Kontakte knüpfen. 

Erfahrungen sammeln für künftige öffentliche Förderungen

Doch das Portal hat noch einen zweiten Ansatz: Die Technologiestiftung will im Rahmen des Projekts den Betrieb von nicht-kommerzieller IT-Infrastruktur erproben, die Freiwillige für ihre Arbeit verwenden können. So werden etwa  ein Videokonferenz-System und eine offene Chat-Software zur freien Nutzung angeboten. „Wir sammeln wertvolle Erfahrungen im Betrieb von Open Source-Infrastruktur und geben dieses Wissen an die öffentliche Verwaltung weiter“, erläutert Dr. Benjamin Seibel, Leiter des CityLAB. Künftig sei es denkbar, dass die öffentliche Hand die Zivilgesellschaft nicht nur finanziell, sondern auch durch die Bereitstellung offener und datenschutzfreundlicher Software fördert. Auch dafür will „Digital Vereint“ Pionierarbeit leisten.

Neugierig? Am 9. März stellt sich „Digital Vereint“ im Rahmen eines Online-Panels vor. Mit dabei: Sawsan Chebli, Benjamin Seibel (CityLAB Berlin), Elisa Lindinger (superrr lab & Initiative Digitale Zivilgesellschaft stärken!) und Melanie von Orlow (Imkerverein Reinickendorf-Mitte). (vdo)
 

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