#LNDW, SmartCity Berlin

v.li.n.re.: Alex Schultz (Foto: Siemens AG), Dipl-Ing. Anne-Caroline Erbstößer (Foto: Technologiestiftung Berlin), Prof. Dr. Manfred Hild (Foto: Forschungslabor Neurorobotik), Foto Hintergrund: Forschungslabor Neurorobotik/Messe Berlin

„Sprechen mit Häusern & Robotern − die Stadt der Zukunft“

Die Stadt der Zukunft – wie sieht sie aus? Im 9. Podcast der Langen Nacht der Wissenschaften kommen drei Expert*innen der Smart City Berlin zu Wort – sie diskutieren das Thema kontrovers. 

2050 wird weit über die Hälfte der Weltbevölkerung in urbanen Räumen leben. Die Smart City wird dann digital vernetzt, CO2-neutral, klimaresistent und lebenswert sein. So die Perspektive. Wo liegen die Vor- und Nachteile dieser Entwicklung – und unter welchen Voraussetzungen lässt sich die unserer Städte intelligent, effizient und zugleich nachhaltig gestalten? In der 9. Folge des Podcasts der Langen Nacht der Wissenschaften diskutieren drei Berliner Smart-City-Expert*innen das Thema differenziert. 

Gestartet wurde der LNDW-Podcast im Juni 2020, da die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin und Potsdam aufgrund der Corona-Pandemie nicht vor Ort stattfinden konnte. Umgesetzt wird die Reihe von rbb Inforadio in Zusammenarbeit mit der Langen Nacht der Wissenschaften und mit Unterstützung von Brain City Berlin.  Am 6. jedes Monats geht eine neue Folge online. Die nächste Lange Nacht der Wissenschaften soll nach bisheriger Planung am 5. Juni 2021 wieder live über die ganze Stadt verteilt stattfinden. 

Gäste des 9. LNDW-Podcasts (online ab 6. Februar 2021)

Dipl.-Ing. Anne-Caroline Erbstößer, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Technologiestiftung Berlin  im Bereich Technologie und Stadt.

Sie beschäftigt sich mit smarten Gebäuden und intelligenten Quartieren. Als Fachfrau spricht sie sich dafür aus, mittels digitaler Technologien den Wandel hin zur klimaneutralen Stadt aktiv zu gestalten.

„Speziell das Thema Klimaschutz ist das große Thema in der Zukunft der Städte. Wir werden 2050 die Hälfte der Menschheit in den Städten haben, da die Menschen in ihnen Sicherheit vor den Folgen des Klimawandels suchen. Und da sehe ich vor allem intelligente Gebäude in der Pflicht. “

„Die Stadt der Zukunft ist für mich partizipativ. Bezogen auf das Thema Klimawandel und Energie, würde ich mir daher wünschen, dass die Menschen mehr Möglichkeiten bekommen, mitzugestalten.“

Prof. Dr. Manfred Hild, Professor für Digitale Systeme an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Leiter des Forschungslabors Neurorobotik.

Im Projekt RoSen geht er mit Studierenden der Beuth Hochschule und in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) derzeit der Frage nach, wie Roboter etwa für die Betreuung von Senior*innen besser eingesetzt werden können – und skizziert Anwendungsszenarien.

„Bisher herrscht die allgemeine Vorstellung, dass die Industrie die Roboter formt. Dann kommen sie in den Haushalt und funktionieren, etwa so wie ein Fernseher funktioniert. Wenn Roboter aber wirklich intelligente Tätigkeiten oder Dialoge führen sollen, müssen sie das erst erlernen – wie ein Kleinkind.“

„Viele Menschen haben ja das Bild des Roboters im Kopf, der mir die gemachte Wäsche bringt. Ich würde mir wünschen, dass wir eine Diskussion führen, in der technische Dienstleistungen als Dienstleistungen auf Augenhöhe angesehen werden.“ 

Axel Schultz, Leiter der Siemens Niederlassung Berlin/Brandenburg sowie General Manager Smart Infrastructure, Region Ost.

Im Podcast erläutert er, was aus Sicht der Industrie an intelligenten Häusern und Quartieren interessant ist. Und wie die Energieversorgung der Städte in Zukunft nicht nur gesichert, sondern auch umweltfreundlicher werden kann. Außerdem spricht der über das Projekt Siemensstadt 2.0.

„Zwei Themen werden die Stadt in Zukunft prägen: Die Bewusstheit und Lebensfreude sowie die Resilienz einer Stadt. Bewusstheit und Lebensfreude betrifft Dinge wie das Zusammenleben dreier Generationen in einer Stadt, das Schaffen neuer Arbeitswelten sowie Kunst und Kultur. Zudem hat jede Stadt ihre eigene DNA, daher gilt es immer auch, Antworten auf die Frage zu finden, wie wir Tradition und Moderne miteinander verbinden.“

„Die Energieoptimierung passiert in der Zukunft zum einen im Gebäude, aber auch in der Interaktion zwischen der Mobilität, der Industrie und Quartieren wie Siemensstadt 2.0. Das Stichwort dafür ist ,Sektorenkopplung'.“ (vdo)

Hier geht’ s zum Podcast